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Rombaldi PRP

Rennfahrzeuge / Formelfahrzeuge

Verkauf  5.1.2018  ren539722  Gebraucht     1962  Nein / Ja 850  60  Preis auf Anfrage
Beschreibung:

Ausserhalb seines Heimatkantons wurde der Rombaldi ein einziges Mal aktenkundig. Das war im August 1966, als er im Rennbericht zum Europabergmeisterschaftslauf Sierre-Montana-Crans als Klassensieger aufgeführt wurde.
drei rennsportbegeisterte junge Walliser beschlossen einen Rennwagen zu bauen. Treibende Kraft war Jean- Marie Giroud, Carrossier in Martigny, seine Kollegen waren Pierre Praz und Alberto Reverberi aus Sion.
Nach und nach entstand unter ihren Händen ein Rohrrahmen. Aufhängungsteile vom Fiat 600, eine von Giroud selbst gefertigte Aluminiumkarosserie und ein 500 ccm Motor aus einem BMW Motorrad komplettierten das Ganze.
Alberto Reverberi, später während einiger Jahre Maserati- und Daihatsu-Importeur für die Schweiz, war als Pilot für den ersten Einsatz vorgesehen. Der sollte am 5./6. Mai 1962 beim Bergrennen Mitholz-Kandersteg erfolgen. Und den Namen des Fahrzeugs leitete man
vom Motor ab. Im Programm stand schlicht BMW R/50. Fotos beweisen, dass Reverberi im Training wirklich dabei war, aber am Sonntag beim Rennen suchte man
den BMW R/50 vergeblich. Ein Motorschaden verhinderte weitere Fahrten.
Auch für den Slalom Dübendorf am 26. Mai 1962 war der Walliser Eigenbau gemeldet, diesmal mit Pierre Praz als Fahrer und mit der neuen Bezeichnung JMG, den Initialen von Jean-Marie Giroud. Aber der Schaden war noch nicht behoben, der JMG glänzte leider durch
Abwesenheit.
Danach verschwand das Auto in der Versenkung, bis es im Herbst 1965 seine Auferstehung feiern konnte, allerdings erheblich modifiziert. Der BMW Motor musste einem Triebwerk von Panhard mit 850 ccm weichen. Das war ein luftgekühlter Zweizylinder, der schon in
seiner stärksten Serienversion 60 PS abgab, ohne Gebläse und mit einigen Tuningtricks noch etwas mehr.
Auch personell gab es Veränderungen. Giroud und Reverberi waren nicht mehr dabei, Praz blieb , und dazu gab es einen Neueinsteiger in der Person von Albert Rombaldi.
Auch einen neuen Namen kriegte das Auto. Bei seinem ersten Auszug anlässlich des Bergrennens Le Châble-Bruson vom 7. September 1965 hiess es RP Panhard, gefahren wurde es von Albert Rombaldi.
In Monthoux 1966 mit Pierrot Praz. Umgerüstet auf Panhard. Alberto Reverberi in Kandersteg. Diesmal funktionierte alles, und wie! Rombaldi fuhr Rennwagenbestzeit, im Kampf um den Tagessieg nur geschlagen vom Porsche RSK Spezial 1600 von Pierre de Siebenthal und dem Osca 1500RS von Roger Rey.
1966 folgte dann ein Walliser Club-Rundstreckenrennen in Monthoux/F, das genaue Datum ist nicht bekannt. PRP war die neue Fahrzeugbezeichnung und es gab Platz 1 oder 2, so sicher weiss das heute niemand mehr.
Dann folgte der Europa-Bergmeisterschaftslauf Sierre-Montana-Crans das Heimrennen für Rombaldi den Fahrer und Rombaldi das Auto, so hiess es nämlich jetzt.
Selbst Bundesrat Roger Bonvin war vor Ort und drückte die Daumen, Albert Rombaldi war schliesslich sein Schwiegersohn. Und es gab einen weiteren überzeugenden
Klassensieg, auch im Gesamtklassement fand sich der Rombaldi mitten unter klar schneller eingeschätzten Fahrzeugen.
Danach war aber Schluss, der kleine Rennwagen schlummerte vor sich hin bis 1994, als die Familie Rombaldi beschloss, sich von ihm zu trennen. Er gelangte nach Frankeich und kam in die Hände des Panhard-Rennfahrers und -Spezialisten Jean-Pierre Evrard in Le Beausset.
Evrard brachte den Rombaldi wieder zum Laufen und beteiligte sich 1995 an einer Serie von Demoläufen im Schosse des „Club Racer 500“, einer von AGS Formel 1-Teambesitzer Henri Julien gegründeten Struktur. Später landete der Rombaldi in den Fängen eines französischen
Händlers, der ihn, jetzt grün lackiert, mit selbst erfundener mehrjähriger Schweizer Formel 2 Geschichte wieder an den Mann zu bringen versuchte. Der heutige Besitzer, HR. Howald, konnte dem Charme des Wägelchens trotzdem nicht widerstehen und brachte es 2008 zurück in die Schweiz.
Es folgte eine neuerliche Restauration, die im Erhalt der für den historischen Rennsport erforderlichen FIAPapiere gipfelte. Diese Papiere wurden dann auch benützt.
Im Jahr 2009 startete Hansruedi Küpfer damit bei verschiedenen Bergrennen in Frankreich, der Schweiz und selbst im englischen Gurston Down. Seither geniesst der Rombaldi seinen Ruhestand, unterbrochen von kleinen Ausflügen zu besonderen Gelegenheiten.

Anbieter


Hansruedi Howald
Reutergässli 7
Tel.: +41 (0) 79 2444006
Mobil: +41 (0) 79 2444006
Schweiz - 3374 Wangenried

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