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Alles, was du über die Rennfahrer Lizenzen wissen musst

Damit du überhaupt im Motorsport aktiv werden und an den verschiedenen Rennen teilnehmen kannst, musst du zunächst eine Rennlizenz beantragen. Bei Trackdays (Freies Fahren) und Touristenfahrten reicht in den meisten Fällen ein normaler Führerschein, aber selbst beim Automobil-Slalom und den Gleichmäßigkeitsprüfungen ist die Teilnahme oftmals nur mit einer Lizenz von Deutschen Motor Sport Bund, kurz DMSB, möglich. Je nachdem, um welche Veranstaltung es sich handelt, ist eine nationale oder internationale Rennlizenz erforderlich. Wie du diese Lizenz erhältst, welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind und mit welchen Kosten du rechnen musst, erklärt dir MotorsportMarkt.de im folgenden Ratgeber.

  1. Voraussetzungen und Fragen zur Rennlizenz
  2. Der Einstieg mit einer nationalen C Lizenz
  3. Der nächste Schritt: die nationale B Lizenz
  4. Mit einem Lehrgang zur nationalen A Lizenz
  5. Mit der internationalen D Lizenz in die Welt
  6. Für Profis: Internationale C Lizenz und aufwärts
  7. Weitere Lizenzen im Überblick

Voraussetzungen und Fragen zur Rennlizenz

Auf den ersten Blick scheint das System der Motorsport-Lizenzen sehr unübersichtlich. Es gibt nationale und internationale Lizenzen in verschiedenen Stufen, wobei du nicht zwingend jede DMSB-Lizenz beantragen musst. Einige Stufen lassen sich auch überspringen. Dazu kommen verschiedene Voraussetzungen, die du erfüllen musst, um die jeweilige DMSB-Lizenz beantragen zu können. Manchmal reicht die Teilnahme an einem E-Learning, während du bei anderen Lizenzstufen einen Lehrgang absolvieren oder sogar Rennerfolge nachweisen musst. Wie das funktioniert, erklären wir dir später.

Was ist eine Rennlizenz überhaupt?

Eine Rennlizenz vom DMSB ist zwingend notwendig, wenn du im Motorsport aktiv sein möchtest. Es handelt sich sozusagen um den "Führerschein für Rennfahrer". Zum einen ist die Lizenz ein Nachweis über deine Erfolge und das notwendige Wissen als Fahrer, zum anderen dient das Dokument als Bescheinigung für die Erfüllung der körperlichen Voraussetzungen. Weiterhin wird mit der Rennfahrerlizenz eine automatische Grund-Unfallversicherung abgeschlossen, sodass du bei einem Unfall mit dem Rennwagen abgesichert bist. Ergänzende Zusatzversicherungen kannst du beim Antrag oder über den ADAC hinzubuchen.

Wie teuer ist eine Rennlizenz?

Nun stellst du dir zurecht die Frage: Was kostet eine Rennlizenz? Die Kosten sind von der Lizenzstufe abhängig und schwanken zwischen 19 Euro für die Race Card und 314 Euro für eine internationale Lizenz. Wenn du ein Rennen auf der Nordschleife fahren möchtest, benötigst du eine spezielle Lizenz, für die du zusätzlich noch einmal zwischen 28 und 82 Euro bezahlen musst. Seit 2021 gibt es das Dokument auch in digitaler Form, sodass du im Vergleich zu klassischen Lizenzkarte 20 Euro sparen kannst. Tipp: Als Mitglied in einem Automobilclub gibt es lohnende Rabatte. Es ist sogar möglich, die Rennen nicht unter deinem echten Namen, sondern mit einem Pseudonym zu bestreiten. Dafür verlangt der DMSB jedoch 475 Euro pro Jahr.

Woher bekommt man die Lizenz?

Wie schon erwähnt, ist in Deutschland der Deutsche Motorsport Bund, kurz DMSB, für die Erteilung der Rennlizenzen verantwortlich. Du kannst deine DMSB Lizenz über das eigene Lizenznehmer-Portal, bei dem du dich zuvor mit Namen und Anschrift anmelden musst, beantragen. Den ausgefüllten Antrag musst du gemeinsam mit den notwendigen Voraussetzungen, beispielsweise dem Sehtest oder einen Nachweis der absolvierten Rennen, per Post schicken. Innerhalb weniger Tage bekommst du eine Rückmeldung per Mail. Die Lizenzen sind immer ein Jahr gültig und müssen dann nur beantragt werden.

Ärztliche Untersuchung Ein Fahrerbriefing, was vor jedem Rennen gemacht wird um alle wichtigsten Aspekte eines Rennens zu besprechen | Fotos: Patrick Funk

Welche Rennlizenzen gibt es?

Es gibt viele verschiedene Rennfahrerlizenzen, die sich in Hinblick auf die Lizenzstufen, Voraussetzungen und Kosten unterscheiden. Anfangen bei der Race Card, die nur für ein einzelnes Event in Deutschland gilt, bis zur internationalen A-Lizenz, mit der du (fast) jedes Autorennen fahren darfst. Auf die unterschiedlichen Lizenzstufen gehen wir später ein. Eine Sonderregelung gibt es in der Formel 1: Hier benötigen die Fahrer eine sogenannte Superlizenz, die sie über ein spezielles Punktesystem erlangen können. Damit soll verhindert werden, dass junge, unerfahrene Piloten in der Königsklasse am Start sind. Das System wurde nach dem Einstieg von Max Verstappen eingeführt, der mit gerade einmal 17 Jahren in die Formel 1 kam.

Ist eine medizinische Untersuchung notwendig?

Je nachdem, welche Motorsport-Lizenz du beantragen möchtest, musst du eine ärztliche Untersuchung nachweisen. Bis zur nationalen B Lizenz ist der Medizincheck nicht notwendig. Wenn du die nationale Rennlizenz A möchtest, brauchst du die medizinische Eignungsbestätigung nur bei der Erstbeantragung. Eine Ausnahme gilt für Rennfahrer ab 75 Jahren, die sich der Kontrolle in jedem Jahr stellen müssen. Das gilt auch für alle Inhaber einer internationalen Rennlizenz, die ihre Eignung ebenfalls in jährlichen Abständen belegen müssen.

Was wird bei der ärztlichen Untersuchung geprüft?

Keine Sorge, der medizinische Eignungstest ist nicht schwer und kann von jedem Allgemeinmediziner durchgeführt werden. Was dein Hausarzt prüfen muss, ist im Lizenzantrag beschrieben. Damit wird sichergestellt, dass du physisch und mental in der Lage bist, einen Rennwagen zu fahren. Außerdem bescheinigt der Mediziner, dass du keine Erkrankungen, wie Diabetes, Epilepsie oder ähnliches, hast. Zudem musst du einen Sehtest vorweisen, den du ebenfalls beim Hausarzt oder kostenlos bei einem Optiker in deiner Nähe machen kannst. Übrigens: Auch, wenn du bestimmte Einschränkungen mitbringst, wird dir die Tür in den Rennsport nicht direkt zugesperrt. Mit einem ärztlichen Attest und einer Sondergenehmigung durch den zuständigen DMSB-Arzt ist fast alles möglich.

Der Einstieg mit einer nationalen C Lizenz

Für die ersten Schritte im Rennsport reicht meist die nationale C Lizenz, mit der du zum Beispiel am Automobil-Slalom, an Gleichmäßigkeitsprüfungen sowie an verschiedenen Autorennen in Deutschland teilnehmen kannst. Eine theoretische Schulung ist nicht erforderlich, das Mindestalter für Antragsteller ist von der jeweiligen Veranstaltung abhängig. Die meisten Wettbewerbe darfst du bestreiten, wenn du mindestens 16 Jahre alt bist. Die Kosten liegen zwischen 49 und 85 Euro, je nachdem, ob du Mitglied in einem Automobilclub bist oder nicht.

Der nächste Schritt: die nationale B Lizenz

Wer mit seiner Fahrerlizenz der C-Klasse in den letzten 24 Monaten an mindestens drei Veranstaltungen teilgenommen hat, kann sich die nationale Lizenz der Stufe B erwerben. Damit darfst du auch bei NEAPF-Veranstaltungen, also Veranstaltungen mit ausländischer Beteiligung, mitfahren. Der Mehrwert dieser Lizenz ist jedoch gering und die Kosten betragen mindestens 109 Euro, sodass viele Rennfahrer diese Lizenzstufe auslassen.

Mit einem Lehrgang zur nationalen A Lizenz

Die nat. A-Lizenz gilt als Anfang deiner großen Motorsport-Karriere. Mit dieser Lizenzstufe beginnen die meisten Rennfahrer, denn Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Der Preis liegt bei mindestens 199 Euro. Du kannst die Rennlizenz National A über einen DMSB-genehmigten Lizenzlehrgang erreichen, den du sogar mit deinem eigenen Auto absolvierst. Im Internet findest du viele Anbieter und erfahrene Instruktoren, die dir dabei helfen. Als alternative Möglichkeit bekommst du die Rennlizenz A, wenn du in den letzten 24 Monaten mit einer der zuvor genannten Lizenzen an mindestens drei nationalen Rennen teilgenommen hast.

Mit der internationalen D Lizenz in die Welt

Mit der internationalen D Lizenz steht dir die Motorsport-Welt fast offen. Damit darfst du auch internationale Rennen und Rennserien mit mehr als einem Event im Ausland bestreiten. Das Mindestalter liegt bei 16 Jahren, die Kosten betragen mindestens 225 Euro. Als Voraussetzung gilt die erfolgreiche Teilnahme an einem Kurs des Serienausschreibers (Einschränkung auf diese Serie) oder der Nachweis von mindestens drei Rennen (Status nat. A), die in den letzten 24 Monaten in Wertung beendet wurden. Übrigens: Fast alle Rennfahrerlizenzen lassen sich auch über den Vorbesitz einer Kartlizenz erreichen. Wenn du bereits als erfolgreicher Teilnehmer im Kartsport aktiv bist, lohnt es sich, Informationen darüber einzuholen.

Für Profis: Internationale C Lizenz und aufwärts

Im letzten Schritt folgen die internationale C-Lizenz, B-Lizenz und A-Lizenz, die fast ausschließlich für die Profirennfahrer gedacht sind. Die Kosten liegen im Bereich von mindestens 225 Euro. Um die Berechtigung für die Lizenzstufe C zu erhalten, musst du in den letzten 24 Monaten mindestens fünf Rennen in den Top 75% der Teilnehmer beenden. Rechenbeispiel: Wenn du an einem Rennen mit 28 Startern teilnimmst, darfst du höchstens auf der 21. Position landen, damit der Wertungslauf als Nachweis für die internationale C-Lizenz anerkannt wird.

Ärztliche Untersuchung Porsche 911 GT3 R | Fotos: Patrick Funk

Weitere Lizenzen im Überblick

Ob Race Card, Motorradlizenz oder Superlizenz für die Formel 1: Es gibt viele weitere Lizenzformen, die wir im Folgenden noch einmal kurz erwähnen.

Race Card

Die sogenannte Race Card wurde für die Saison 2021 neu eingeführt und ersetzt die bisherige Tageslizenz. Sie lohnt sich vor allem für Einsteiger, die nur ein oder zwei Rennen pro Jahr fahren. Andernfalls ist die C-Lizenz für die erste Saison im Motorsport besser geeignet. Darüber hinaus ist die Race Card auch für ausländische Fahrer gedacht, die in Deutschland starten möchten.

Nordschleifen Permit

Die legendäre Nürburgring-Nordschleife gehört zu den gefährlichsten Rennstrecken der Welt. Aus diesem Grund benötigst du eine spezielle Rennfahrerlizenz, wenn du in der "Grünen Hölle" starten möchtest, die sogenannte Nordschleifen-Permit, kurz DPN. Ähnlich wie die normale Fahrerlizenz ist der "Nordschleifen-Führerschein" in drei Stufen eingeteilt, wobei nicht alle Rennen den Besitz einer DPN voraussetzen. Gleichmäßigkeitsprüfungen oder die Rundstrecken-Challenge Nürburgring können auch ohne Nordschleifen Permit gefahren werden, bei der Nürburgring Langstrecken-Serie oder beim 24h-Rennen brauchst du jedoch die zusätzliche Rennfahrerlizenz. Welche Lizenzstufe notwendig wird, ist vom Fahrzeug und der Leistung des Motors abhängig.

SimRacing Lizenzen

Seit 2018 zählt das SimRacing als offizielle Motorsport-Disziplin, sodass du auch für diese Rennen eine eigene Lizenz benötigst. Selbst Profirennfahrer nutzen das Racing am Simulator mittlerweile als Training und zur Vorbereitung auf die realen Rennen. Im Jahr 2020 wurde erstmals eine offizielle Deutsche Meisterschaft im SimRacing ausgetragen. Die Lizenzkosten liegen im Bereich zwischen 21 und 49 Euro, wobei ein E-Learning-Kurs als Nachweis über die motorsportlichen Kenntnisse ausreichend ist.

Motorrad- und Kartlizenzen

Analog zu den Lizenzen im Automobilsport gibt es auch im Kart- und Motorradsport ein System aus unterschiedlichen, nationalen und internationalen Lizenzstufen. Im Vergleich zum Automobilsport gibt es viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Wenn du eine Karriere auf dem Motorrad oder im Kart planst, sind die oben erklärten Lizenzen nicht gültig.

Superlizenz

Wie zuvor schon erwähnt, gibt es in der Formel 1 eine eigene Lizenzart, die sogenannte Superlizenz. Diese Fahrerlizenz wird nicht vom DMSB, sondern von der FIA, also dem Internationalen Automobilverband, vergeben. Zu den Voraussetzungen gehört, dass ein Fahrer in den niedrigeren Klassen, zum Beispiel der Formel 2, gute Platzierungen erreicht hat. Dafür gibt es ein eigenes Punktesystem, das die Nachwuchstalente je nach Position in der Gesamtwertung mit unterschiedlichen Punkten belohnt. Außerdem sind ergänzende Vorgaben zu erfüllen. Und: Jeder Formel-1-Fahrer benötigt einen Führerschein für den Straßenverkehr!

Fotos: Patrick Funk
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