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WTCC Motegi: Chilton und Michelisz siegen im Regen

Veröffentlicht am 29.10.2017 in WTCC

Tom Chilton und Norbert Michelisz sind die Sieger der Regenrennen der Tourenwagen-WM in Motegi: Volvo-Pilot Thed Björk baut WM-Führung aus

Wie schon vor zwei Wochen in chinesischen Ningbo wurde auch das achte Rennwochenende der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) im japanischen Motegi zu einer wahren Regenschlacht, bei der erneut das Hauptrennen nicht über die volle Distanz ging. Allerdings waren beim Abbruch nach zehn Runden mehr als 75 Prozent der Renndistanz absolviert, womit Norbert Michelisz (Honda) als Rennsieger die volle Punktzahl gewann. Der Ungar triumphierte beim Heimrennen von Honda vor Nick Catsburg und Nestor Girolami (beide Volvo).

Zuvor hatte im Eröffnungsrennen, welches über die volle Distanz von elf Runden ging, Tom Chilton (SLR-Citroen) seinen sechsten Sieg in der WTCC gefeiert. Der Brite setzte sich klar gegen Yann Ehrlacher (RC-Lada) und Esteban Guerrieri (Honda) durch. Im WM-Kampf setzte sich Thed Björk (Volvo) ein wenig von seinen Verfolgern ab und hat vier Rennen vor dem Saisonende 16,5 Punkte Vorsprung auf den neuen Zweiten Michelisz.

Im Eröffnungsrennen war Kevin Gleason (RC-Lada) als Zehnter des Qualifying von der Pole-Position der umgekehrten Startaufstellung gestartet, doch schon in Kurve 1 rutschte der US-Amerikaner nach außen und fiel weit zurück. Dadurch übernahm Chilton, der von Platz zwei gestartet war, die Führung und setzte sich schnell vom Feld ab.

Heiße Duelle zwischen Volvo und Honda

Dahinter ging es zwischen den WM-Kandidaten von Honda und Volvo hart zur Sache. Catsburg, der nach einem Motorwechsel vom Ende des Feldes gestartet war, ging bei seiner Aufholjagd etwas zu ungestüm vor. In Runde drei fuhr er Ryo Michigami (Honda) ins Heck und schon den Japaner heraus, was eine Durchfahrtstrafe zur Folge hatte.

Anschließend gerieten mit Nestor Girolami (Volvo) und Michelisz erneut ein Volvo- und eine Honda-Werksfahrer aneinander. Der Argentinier verschätzte sich in der letzten Kurve bei einem Angriff auf Michelisz und drehte den Ungarn herum. Auch dafür verhängt die Rennleitung eine Durchfahrtstrafe.

Und auch Guerrieri, der an diesem Wochenende in Vertretung des verletzten Tiago Monteiro erstmals für das Werksteam von Honda fuhr, und Björk trafen sich auf der Strecke. Beide kämpften hart um Rang zwei und berührten sich dabei, was Ehrlacher ausnutzen konnte. Der junge Franzose schlüpfte durch und fuhr als Zweiter zum dritten Mal bei den letzten sechs Rennen auf das Podium, während Guerrieri Björk hinter sich halten konnte.

Nur vier Runden unter Grün im Hauptrennen

Deutlich ruhiger ging es im Hauptrennen zu, das wegen stärker werdendem Regen hinter dem Safety-Car gestartet wurde. Michelisz, der im Qualifying auf die Pole-Position gefahren war, behauptete nach der Rennfreigabe die Führung vor Catsburg und Girolami. Dahinter kam es zu einzigen Positionskampf, in den mit Michigami und Björk erneut ein Honda- und ein Volvo-Werksfahrer verwickelt waren.

Michigami verteidigte bei seinem Heimrennen zunächst entschlossen Rang fünf, musste sich dann aber Björk geschlagen geben. Kurz darauf endete die Aussicht auf das beste WTCC-Resultat für den Japaner im Kiesbett von Kurve 9. Da die Sicht immer schlechter wurde, kam nach sechs Runden erneut das Safety-Car auf die Strecke. Nachdem kurz darauf 75 Prozent der Renndistanz absolviert waren, wurde mit der Roten Flagge abgebrochen. Für Michelisz war es der achte Sieg in der WTCC.

In der WM-Wertung führt Björk wie bereits erwähnt mit 228,5 Punkten vor Michelisz (212) und Catsburg (209,5). Vierter ist Tiago Monteiro (200), der damit immer noch realistische WM-Chancen hat, obwohl er nach seinem Testunfall zwei Rennwochenenden auslassen musste. In der Herstellerwertung führt Volvo mit 725,5 Punkten vor Honda (679).

Weiter geht es mit der WTCC in drei Wochen. Dann kehrt die Serie vom 16. bis 19. November auf den spektakulären Stadtkurs von Macao zurück. Dabei kommt es zu einer Premiere, denn erstmals in der Geschichte der WTCC werden Eröffnungs- und Hauptrennen an zwei verschieden Tagen ausgetragen.

Bild © FIA WTCC
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