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Positive DTM-Entwicklung: Bereut Mercedes Ausstieg schon?

Veröffentlicht am 19.11.2017 in DTM

Mercedes steigt nach der Saison 2018 aus der DTM aus - Positive Entwicklung und tolle Zuschauerresonanz: Bereuen die Stuttgarter die Entscheidung schon?

Am 24. Juli, am Tag nach dem DTM-Premierensieg durch Mercedes-Pilot Maro Engel in Moskau, wurde die Motorsportszene durch die Ausstiegs-Ankündigung der Stuttgarter erschüttert. Die Marke mit dem Stern zieht Ende 2018 den Stecker und beendet das Engagement in der DTM, um künftig in der Elektro-Rennserie Formel E zu starten. Die Entscheidung teilte Mercedes mit eineinhalb Jahren Vorlauf mit - eine faire Geste um den DTM-Verantwortlichen um Gerhard Berger die Chance zu geben, einen Nachfolger für die Sterne zu finden. Doch kam der DTM-Ausstieg zu früh?

Klar, die DTM war 2017 geprägt von politischen Diskussionen, allen voran um die unbeliebten Performance-Gewichte. Als dieses Thema vor dem vorletzten Rennwochenende endgültig Geschichte war, war Erleichterung - im wahrsten Sinne des Wortes - und Aufbruchsstimmung im Fahrerlager zu spüren. Und der Besuch der Super-GT-Autos aus Japan beim Saisonfinale in Hockenheim unterstrichen die positiven Veränderungen und Entwicklungen der Rennserie, an denen DTM-Boss Berger seit seinem Amtsbeginn im März mitwirkte.

Volle Tribünen, steigende Fernsehquoten, Spannung bis zum Schluss und Rennaction vom Feinsten: Die Fans des Deutschen Tourenwagen Masters wurden nicht nur beim Showdown in Hockenheim gut unterhalten - auf und auch abseits der Rennstrecke. Für ein "Fan-Festival" am Hockenheimring sorgten nicht nur die DTM-Teams und -Fahrer. Die bekannte deutsche Musikband "Die Fantastischen Vier" heizten dem Publikum am Samstagsabend bei einem rund 90-minütigen Konzert im Fahrerlager den Motorsportanhängern ein.

"Das Interesse ist da"

"Ich bin der Meinung, dass es der richtige Weg ist. Es ist mega! Die Zuschauerzahlen zeigen, dass das Interesse da ist. Es wird interagiert und viel geboten", ist Mercedes-DTM-Teamchef begeistert über die Entwicklung der DTM und den Zuspruch der Fans. Bereuen die Stuttgarter die Entscheidung schon, nach der Saison 2018 aus der DTM auszusteigen?

"Natürlich ist ein weinendes Auge dabei", gesteht der 40-jährige Rennleiter, dass die Situation seines Arbeitgebers nicht spurlos an ihm vorbeigeht. Doch die Formel E sei eine neue Herausforderung, der man sich stellen möchte. Die DTM bleibe eine Herzensangelegenheit für die Sterne, immerhin waren sie seit 30 Jahren dabei. "Wir kämpfen weiterhin dafür, dass die DTM weiterbesteht, weil wir glauben, dass sie eine tolle Plattform ist", sagt Fritz.

Am vergangenen Wochenende (11./12. November) stattete die DTM der japanischen Super-GT-Meisterschaft ihren Gegenbesuch ab. Auch Mercedes schickte ein Auto ins Land der aufgehenden Sonne. Mit Audi, BMW, Mercedes, Honda, Lexus und Nissan gingen sechs Hersteller während der Showrunden in Motegi auf die Strecke und begeisterten nicht nur die Zuschauer des Finales der Super-GT. Auch in Deutschland waren die DTM-Anhänger von den Bildern aus Japan begeistert.

"Leider steigt Mercedes aus ..."

DTM-Chef Berger nutzte seinen Aufenthalt in Motegi, um mit den Verantwortlichen der japanischen Super-GT-Dachorganisation GTA über die Einführung des Class-One-Reglements, das 2019 eingeführt werden soll, zu sprechen. "Deutschland und Japan sind sich so nahe wie nie zuvor", sagt GTA-Boss Masaaki Bandoh. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer positiven Zukunft für die DTM.

Doch Bandoh kann sich einen Seitenhieb auf Mercedes nicht verkneifen. Auch Sicht der Japaner sei ein Ausstieg aus der DTM nicht schlau. "Leider hat Mercedes zum Ende der Saison 2018 seinen Rückzug erklärt, aber auch in Japan gibt es viele Mercedes-Fans", sagt er. "Der Hersteller hat zwar eine Entscheidung getroffen, aber ich möchte den Vertretern von Mercedes auch in Zukunft darlegen, wie immens die Vorteile und die öffentliche Wahrnehmung bei einer Teilnahme von sechs Herstellern sind."

Eine schnelle Rückkehr der Stuttgarter in die DTM - oder ein Rücktritt vom Rücktritt - würde man sowohl in Japan als auch in Deutschland gerne sehen. Vielleicht überlegt es sich Mercedes angesichts der jüngsten Entwicklungen noch einmal ...

Bild © ITR
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