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Nur mit Mühe in die Top-10: BMW mit "stumpfen Waffen"

Veröffentlicht am 22.05.2017 in DTM

Während sich Mercedes und Audi die Siege teilen, weist BMW auf dem Lausitzring vor allem im Rennen große Schwächen auf - Ist eine Strategieänderung die Lösung?

Bei BMW steckt der Wurm drin. Und nach dem zweiten Rennwochenende der DTM-Saison 2017 müssen in Bayern viele Köpfe gekratzt werden. Denn in der Lausitz sah man im Vergleich zur Hersteller-Konkurrenz ganz schön alt aus. "Gegen Audi war kein Kraut gewachsen", heißt es vom amtierenden Champion Marco Wittmann am Sonntag nach Rennen 2. Maxime Martin fordert etwas energischer: "Wir müssen an unserer Rennpace arbeiten."

Denn eines viel auf: Vereinzelt konnte BMW Akzente setzen und am Samstag aus der zweiten, am Sonntag sogar aus der ersten Startreihe ins Rennen gehen. Auf die Distanz ziehen Audi und Mercedes aber davon - auch, weil die Konkurrenz mutiger zu agieren scheint.

"Insgesamt sind wir keinen sonderlich aggressiven Weg gegangen, so wie es zum Beispiel Audi gemacht hat", räumt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt ein. Denn während die neuen Regeln und neuen Reifen zu mutigen Boxenstopps ganz früh, oder ganz spät einladen, geht man bei BMW lieber auf Nummer sicher. Auch, was die Reifenbehandlung angeht?

¿pbbt|1|17ec123170519|||||pb¿Am Beispiel Mattias Ekström hat man gesehen, dass Audi den Hankook im Griff hat. Der Schwede kam im Sonntagsrennen bereits nach der ersten Runde zum Reifenwechsel und war in der 38. Runde noch in der Lage, den Mercedes von Robert Wickens, der auf viel frischeren Pneus fuhr, für Platz zwei zu attackieren. Eine ähnliche Taktik ging bei Bruno Spengler nicht auf. Der startete von Platz 12 und kam trotz frühen Reifenwechsels nur als 16. über die Ziellinie.

Tom Blomqvist, der von Platz zwei ins Rennen gegangen war, wurde bereits früh durchgereicht. Auch Wittmann musste nach seinem Boxenstopp mit ansehen, wie ihn der Mercedes von Lucas Auer in die Tasche steckte. Dabei nahm er eine Verwarnung in Kauf, weil er vor dem Mercedes Zickzack-Linien fuhr - keine Verteidigungstaktik, sondern der verzweifelte Versuch, Temperaturen in die Reifen zu bekommen. Und schon im Samstagrennen erlebte Timo Glück mit kalten Reifen einen Ausritt.

War es ein streckenspezifisches Performance-Tief für die stolzen Münchner? Das Lausitz-Wochenende zeichnete sich auch durch wechselnde Bedingungen - mal besonders kalt, mal besonders warm - aus. "Wir tun uns hier schon seit Jahren schwer", betont Glock. "Es fehlt uns einfach ein bisschen an Pace. Bei den vielen Bodenwellen hier haben wir einen großen Nachteil."

¿pbvin|2|12813||0|1||pb¿Allerdings: Auch in Hockenheim waren es eben nur diese Einzel-Leistungen, die BMW ein paar Punkte aufs Meisterschaftskonnte spülte. Glocks zweiter und Wittmanns dritter Platz beim Auftakt, Martins vierter rang und eine Hand voll hinterer Top-10-Platzierungen - das sind insgesamt magere 64 Punkte aus vier Rennen. Mercedes hat schon 187 auf dem Konto, Audi 175.

Und die Fahrer müssen sich auch selbst an die Nase fassen. In Hockenheim verpennte Glock den neuen Safety-Car-Neustart und verspielte so womöglich einen Sieg. Auf dem Lausitzring rollte Blomqvist zu früh los und brockte sich damit eine Fünf-Sekunden-Strafe ein.

"Das Wochenende fing bereits am Samstag schwierig an", analysiert auch RMG-Teamchef Stefan Reinhold. "Für das zweite Rennen haben wir dann noch einmal intensiv gearbeitet und konnten uns auch verbessern. Aber im Rennen waren wir hier mit relativ stumpfen Waffen unterwegs. Deshalb sind wir froh, dass wir zumindest ein paar Punkte mitgenommen haben."

¿pbvin|2|12815||0|1||pb¿"Wir können nur hoffen, dass wir in Budapest die Pace zurückgewinnen, die wir in Hockenheim hatten", sagt Glock. "Mercedes und Audi haben hier kräftig gepunktet. Wir müsse schauen, dass wir das wieder umdrehen können."

Der ehemalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Hauk macht BMW jedoch wenig Hoffnung. "Audi scheint besser zu sein, wenn es warm ist", sagt er bei 'ARD'. "Und beim nächsten Rennen wird es noch viel heißer."

Bild © BMW
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